LICHTBILDER - Installation im Raum mit Frankfurter Malerei der Goethezeit, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
im Rahmen des Projekts BILDER.SEHEN von Büro Otto Koch im K.I.E.Z.e.V. Dessau November 2009 – Dezember 2011
Der im Zimmer zentrierte Tisch dient den Gegenständen der Installation als Szenerie für
zeit- und lichtabhängige Bilderzeugung die auf Grund von Refraktionen, von projizierten und reflektierten Details ihrer direkten Umgebung entstehen. Der Raum erhält sein Tageslicht über ein Nordfenster und über eine gegenüberliegende Glastüre, die zum lichthellen Treppenaufgang des Museums führt.
Eine Kombination aus sphärischen Gläsern, zugeschnittenen Kartons und Gipskartons stehen sich im versetzt diagonalem Aufbau gegenüber.
Zwei Hohlglasgefäße, verschlossen mit eingepassten Glasscheiben, sind mit Wasser gefüllt. Eines der Gefäße steht erhöht auf einem Stapel Gipskartons. Beiden Gläsern sind weitere Kartons, teils über Eck oder auch dachförmig aufgeklappt, gegenübergestellt.
Ihre monochrom bemalten Flächen werden zu Projektionsebenen für die Wiedergabe von ideellen Bildern die der natürliche Lichtverlauf auf dem Weg durch das Medium Wasser und Glas erzeugt. Die stofflichen Eigenschaften der Materialien lösen die Konturen der Lichtzeichnungen in der bildlichen Wiedergabe auf.
In und auf den wassergefüllten Gläsern selbst finden Lichtreflexionen statt, die ihre Umgebung modellhaft abbilden. Schwimmende Raumfragmente überlagern sich darin, verändern mit der Bewegung des Sehens die Lage in ihrem Rondell, um bei schwindendem Tageslicht zu erlöschen.
Was sich über die Anschauung und die Lichtführung verändert sind die farbigen Qualitäten, die Präsenz der Lichtzeichnungen und die Schärfe der projizierten und reflektierten Formgebungen.
In der Begegnung mit Sichtbarem, dem Zwischenraum der Objekte und den Ursachen ideeller Erscheinungen eröffnet sich mir in der Umgebung historischer Gemälde ein Beziehungsgeflecht zeitlicher Dimensionen. Almut Glinin
Zum Textbeitrag in der Publikation LICHTBILDER - TONDO - IN DER RAUMZEIT 2009 - 2012
von Margit Schermuck-Ziesché, Kustodin für Malerei, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
Die Sammlerin und Stifterin Henriette Amalie Prinzessin von Anhalt-Dessau (1720-1793) Die Gemäldesammlung der Fürstlichen Amalienstiftung 
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